Lisavenda / Leseprobe und Exposé

enau handelte, obwohl sie sich denken
konnte, daß Prenturo und die Anderen irgendetwas machten, was ihnen hier nicht gefiel.
Lächelnd schaute Lisa abwechselnd zwischen Nandor und Krinas hin und her, die sie ebenfalls
ansahen, und sie sagte schließlich verbal: „Ich frage mich wirklich, wie ihr die Fremden vernichten
wollt. Habt ihr schon einmal daran gedacht, daß diese Aussage auch eine Falle gewesen sein könnte,
in dem sie euch aufforderten sie doch lieber mit Waffen niederzustrecken? Kommt euch das nicht
auch seltsam vor?“
Grinsend konnte sie genau fühlen eine Diskussion damit auf der Brücke ausgelöst zu haben, und sie
spürte Nandors unbändige Wut über diese ihre Aussage, was sie dazu veranlasste nur an ihn zu
denken: „Hättest mich halt nicht mit auf die Brücke nehmen dürfen.“
Er hingegen drehte sich nur um und gab den Befehl: „Wir starten!“
„Idioten!“, entfuhr es Lisa mit einer verärgerten Enttäuschung, abermals recht lautstark, „Ihr begeht
damit einen großen Fehler!“
„Sei still!“, entgegnete Krinas gereizt und trat an sie heran.
Mit einem vernichtenden Ausdruck betrachtete Lisa sie und fragte nur an sie in Gedanken: „Stehst
du eigentlich wirklich hinter dem, was ihr macht?“
Diese drehte sich jedoch um und stellte sich wieder neben Nandor vor den Bildschirm.
Kopfschüttelnd und mit einem Seufzen betrachtete Lisa die Beiden von hinten und konnte nicht so
ganz nachvollziehen, warum sie das so unbedingt wollten. „Wie wird Prenturo jetzt weiter
verfahren?“, fragte sie sich still, „Ob sie dennoch dieses Schiff angreifen im Notfall? Aber sollen sie
es ruhig machen, mir ist es lieber zu sterben, als in einen Krieg mit hineingezogen zu werden!“
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Es waren insgesamt 7543 Raumschiffe, die hier mit ihnen ausharrten, und es waren weitere 3500 zu
ihnen unterwegs.
Schweigend betrachtete Prenturo weiterhin den Bildschirm, auf dem nichts zu sehen war, außer die
zwei Sonnen des Systems und hörte den Gesprächen zu, die auf der Brücke und im gesamten Schiff
stattfanden, sowie auch in den Raumschiffen neben ihnen.
„Ich empfange eine Botschaft!“, dachte Zyrastat an alle, „Sie ist von Masavenda Zehn und darin
steht, daß es nach einer Demonstration von etwa zwei Millionen Bürgern, die gegen das vorgehen
von Nandor und dem Rat hier protestiert hatten, es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen
gekommen sei.“ Er machte eine Pause, holte tief Luft und fügte geschockt hinzu: „Mit mehr als
siebenhunderttausend Toten.“
Verwundert war Prenturo bereits nach dem ersten Teil aufgestanden und blickte nun ernst Zyrastat
an, der nur nickte und in Gedanken betroffen sagte: „Die Anderen hier bestätigen diese Botschaft.“
„Das kann doch nicht wahr sein.“, dachte Lenghro besorgt und ging zu ihm, um sich diese
Nachricht ebenfalls anzusehen.
Fassungslos und besorgt setzte sich Prenturo erneut und starrte auf den Bildschirm, während er sich
fragte, wie es dort bereits soweit kommen konnte, daß sich diese zwei Parteien brutal bekriegten.
„Ich kann das kaum glauben!“, sagte er an alle in Gedanken, „Ich kann mir nur schwer vorstellen,
daß es so plötzlich so viele Tote geben soll.“
„Laut der Kennung,“, entgegnete Zyrastat, „ist sie von Masavenda Zehn.“
„Kann ich bestätigen!“, gab ihm die Copilotin recht.
„Dennoch,“, dachte Prenturo verwundert, „irgendwie kann ich das nicht richtig glauben, daß dieses
so schnell einen solchen Streit auslöst.“
„Wir können es leider im Moment nicht prüfen.“, erwiderte Lenghro einigermaßen ruhig, der sich
wieder neben ihn setzte und ihn genau ansah, während er nur an ihn dachte: „Ein neuer Bürgerkrieg,
oder vielleicht eine Lüge der Fremden, um uns negativ zu beeinflussen?“
„Gute Frage.“ Kurz schaute Prenturo auf den Bildschirm, bevor er ihn wieder ansah und nur an ihn
still weitersprach: „Mir wäre es lieber es wären die Fremden.“
„Eine weitere Botschaft!“, sagte Zyrastat, „Es ist Nandor, der eine visuelle Verbindung befielt.“
Lenghro erhob sich und stellte sich vor den Bildschirm, während er dachte: „Dann laßt uns mit ihm
reden.“
Hingegen blieb Prenturo sitzen und betrachtete diesen nur, während ihn diese Nachricht sehr
schockierte, was dann aber etwas dadurch abgelenkt wurde, daß alsbald dort Nandor und Krinas zu
sehen waren, sowie am Rand Lisa, die zwischen zwei weiteren ihm unbekannten Masavenda stand.
Er sah ihr an, daß es ihr nicht sehr gut ging, was ihn auf den Gedanken brachte, daß Pranthra sich
mit Sicherheit noch nicht hatte blicken lassen, dieses schmälerte seine Hoffnung darauf deutlich.
„Wir sind jetzt gestartet,“, begann Nandor hart, „und wenn ihr uns nicht ungehindert fliegen laßt,
dann werden wir entsprechend darauf reagieren.“
„Ich bitte euch,“, erwiderte Lenghro ruhig, „nehmt endlich Vernunft an und unterlasst weiteres
gegen die Fremden.“
„Was sonst?“, sagte Krinas aggressiv, „Wollt ihr uns vernichten?“
„Macht es ruhig,“, rief Lisa von hinten, „lieber sterbe ich, als in einem Krieg zu sein.“
„Ach Lisa!“, dachte Prenturo leicht lächelnd für sich, „Du bist wirklich ein ganz toller Charakter!“
„Wir möchten keine solche Maßnahmen gegen euch einleiten müssen.“, entgegnete Lenghro
besorgt, „Wir wollen euch auch nicht drohen, aber wir werden euch daran hindern in das System der
Fremden zu fliegen.“
„Ich kann sie auf den Scannern sehen.“, dachte die Copilotin an alle, „Sie kommen auf uns zu.“
„Ihr könnt uns nicht daran hindern!“, schnauzte Nandor wütend, „Unterlasst gefälligst dieses
alberne Gehabe und laßt uns in Ruhe unsere Mission vollenden. Wenn nicht…“
„Unterbreche bitte die Verbindung!“, bat Lenghro Zyrastat, der dieses sofort tat.
„Sollen wir auf ihre Antriebe feuern?“, fragte die Copilotin.
„Wie weit sind sie noch entfernt?“, wollte Prenturo nachdenklich wissen.
„In zehn Minuten sind sie in Waffenreichweite.“, antwortete der Pilot.
Lenghro setzte sich wieder neben ihn und dachte an alle: „Wenn sie an uns vorbeifliegen, aus dem
System heraus, dann sollten wir tatsächlich ihre Antriebe zerstören.“
Beunruhigt sah Prenturo ihn an und sagte nur zu ihm in Gedanken: „Eigentlich bin ich damit nicht
einverstanden.“ Wieder sah er auf den Bildschirm und atmete tief, als er plötzlich die anderen
Raumschiffe sehen konnte. Nervös rieb er sich sein Kinn und machte sich zu seinem Erstaunen
mehr Sorgen um Lisa, als um sein Volk, obwohl er wußte, daß er diese Emotion unterdrücken
mußte.
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Mit einem gelassenen Gesichtsausdruck betrachtete Lisa Nandor, der wütend vor ihr stand und zu
ihr verärgert in Gedanken sagte: „Du kannst wirklich niemals deinen Mund halten, oder? Du
kleiner, widerlicher Mensch.“
„Du hast echt ein Problem.“, entgegnete sie verbal und ernst, „Warst du in deinem früheren Leben
vielleicht mal eine Küchenschabe und sind deine Eltern von einem Schuh erschlagen worden?“
Nandor griff nach ihrem Kragen und drückte sie gegen die Wand, während er nur zu ihr und mehr
als gereizt dachte: „Dieses unverschämte Verhalten werde ich nicht länger tolerieren!“
„Los, töte mich!“, fordert Lisa ihn lächelnd, aber für alle hörbar, dazu auf, „Das macht dir doch
Spaß zu töten! Also tue es, dann kann ich wenigstens endlich meine Eltern wiedersehen!“
„Nandor, bitte.“, sagte Krinas hart und zog ihn an der Schulter zurück, „Beruhige dich, es gibt
Wichtigeres als sie!“
Er drehte sich schließlich um, trat wieder an den Bildschirm heran und befahl laut: „Beschleunigt
auf Höchstgeschwindigkeit, Kurs auf das System der Fremden.“
Tief atmete Lisa durch und lehnte sich gegen die Wand, während sie abwechselnd die Anwesenden
auf der Brücke betrachtete und für sich überlegte: „Es ist wirklich unglaublich, wo ich hier gelandet
bin. Im Grunde ist es schlimmer, als auf der Erde, denn dort lebte ich in Deutschland, in Europa zu
einer Zeit des Friedens dort. Und hier sitze ich nun an der Front. Kein wirklicher Aufstieg, würde
ich behaupten. Wahrlich ätzend!“ Sie seufzte leise, während sie weiterdachte: „Es ist klar, daß sich
Pranthra oder sonstwer nicht hierher teleportiert. In dieser Situation würde ich das auch nicht
machen.“
Auf dem Bildschirm konnte Lisa die anderen Masavendaschiffe sehen, denen sie immer näher
kamen. Die Beunruhigung in ihr wuchs stetig, für jeden hier erkennbar. Nervös verschränkte sie
ihre Hände hinter dem Rücken und war sich nicht sicher, was als nächstes geschehen würde.
Doch wie aus dem Nichts erschien auf einmal direkt vor ihr Pranthra, umfasste wortlos ihren Arm
und teleportierte sich mit ihr weg.
Als Lisa sich erstaunt umblickte, stand sie auf der Brücke in einem Raumschiff der Fremden und
neben ihr stand Pranthra, der lächelnd sagte: „Wir warten noch etwas.“
Wahrlich verwundert schaute sie ihn an und lächelte dann, als sie meinte: „Vielen Dank! Ich wußte,
daß du mich nicht einfach dort lassen würdest.“
Ernst nickte er etwas und Lisa erschrak ein wenig, als plötzlich Prenturo neben ihr erschien, der sie
mehr als erstaunt anblickte und dann Pranthra, als er verärgert fragte: „Was soll das?“
„Wir warten noch etwas.“, wiederholte dieser nur und unterhielt sich in seiner Sprache mit einem
der anderen acht Anwesenden auf der Brücke.
„Schön dich wiederzusehen!“, dachte Lisa erfreut an ihn.
„Ich finde es ebenfalls schön und mehr als erstaunlich dich so plötzlich zu sehen.“, erwiderte er
lächelnd in Gedanken, „Wie geht es dir?“
„Jetzt besser!“
„Haben sie dich sehr schlecht behandelt?“
„Naja geht so!“, entgegnete sie zerknirscht und war sehr überrascht, als plötzlich Zyrastat und
Lenghro vor ihnen erscheinen, die sie erstaunt anschauten und letzterer sofort wissen wollte: „Was
geht hier vor?“
„Wir warten.“, sagte Pranthra ernst.
„Schön dich wiederzusehen, Lisa!“, dachte Zyrastat lächelnd und Lenghro stimmte ihm zu.
„Ich wußte,“, hörte sie Prenturos Stimme in ihrem Kopf, „daß Pranthra dich dort herausholen
würde.“
„Ja, ich auch, nur was macht ihr hier?“
„Das wüßte ich auch gerne!“
Alle Masavenda staunten nicht schlecht, als plötzlich auch Nandor und Krinas neben ihnen
erschienen, wobei ersterer, zu ihrem noch größeren Erstaunen, begann sich mit Pranthra in der
Sprache der Fremden zu unterhalten.
„Was soll das?“, fragte Lisa leise.
Schweigend und staunend betrachteten die Masavenda, wie sich nun auch Krinas mit in das
Gespräch einmischten. Plötzlich erschienen noch vier weitere Masavenda des Rates der Eins.
Prenturo konnte kaum glauben was er da sah, aber langsam dämmerte ihm was geschehen sein
könnte.
Die Vier des Rates, sowie Nandor, Krinas und Pranthra drehten sich zu ihnen um und letzterer sagte
ernst: „Wir haben euch von Anfang an versucht klar zu machen, daß es keine gute Idee ist gegen
uns vorzugehen.“
„Wir wollten das auch nicht.“, unterbrach Prenturo ihn verärgert.
„So? Ihr wolltet das nicht? Und wieso wollten uns dann fast die Hälfte eures Volkes vernichten?
Wir wissen, daß ihr drei nichts dafür könnt und Lisa schon einmal gar nicht.“ Lächelnd trat Pranthra
an sie heran und nahm ihre Hand in seine, während er noch hinzufügte: „Wir konnten leider nicht
eher handeln, ich hoffe diese Zeit war nicht zu schlimm für dich.“
„Ähm!“, entgegnete Lisa zögernd und blickte an ihm vorbei, als sie weitersprach: „Du kannst ja mal
die dort fragen.“
Leicht nickte er und stellte sich wieder neben Nandor, als Lenghro verwundert, aber etwas gereizt
sagte: „Ich würde jetzt wirklich gerne wissen, was das zu bedeuten hat!“
Überrascht und erstaunt konnten alle beobachten, wie auf einmal diese sechs Masavenda des Rates
in sich zusammensackten und eine grünliche, halb durchsichtige Materie aus deren Augen
heraustraten und schwebend in einer Höhe von etwa zwei Metern verweilten, während Pranthra
erklärend und mit einem leichten Lächeln sagte: „Wir haben uns überlegt, da euer Volk anscheinend
nicht bereit ist endlich Frieden zu halten, euch vier die Wahrheit zu sagen, damit ihr mit diesem
Wissen euer Volk davon überzeugen könnt, einen anderen Weg zu gehen.“ Er schaute Prenturo an
und fügte ernst hinzu: „Nur zur Information, es gab wirklich eine gewaltsame Auseinandersetzung
auf Masavenda Zehn, und sie haben sich dort tatsächlich zum Teil gegenseitig getötet.“
Dieser nickte etwas und Pranthra sprach weiter: „Wie ihr hier seht, sind wir eigentlich eine andere
Spezies. Als Nandor den Goullaeh tötete, ist mein Freund hier in ihn geschlüpft und hat ihn ganz
subtil zum Extremen getrieben. Wir benutzen diese Spezies als Hüllen, um uns mit Lebewesen, wie
euch austauschen zu können.“
Er schaute erneut Lisa mit einem Lächeln an, die dieses erwiderte und sie sagte: „Das waren also
die Lebewesen auf dem Bild in dem Haus.“
„Ja genau, meine Spezies.“, entgegnete Pranthra freundlich und wurde wieder ernst, als er alle
abwechselnd ansah und erklärte: „Wir können in die Gehirne anderer eindringen und sie
beeinflussen. Wir können das auch machen, ohne bemerkt zu werden. Diese sechs Masavenda
werden sich an unsere Anwesenheit nur erinnern, weil meine Freunde ihnen zum Schluß
klargemacht haben, wer wir sind und um wieviel mächtiger wir sind.“ Wieder lächelte er und fügte
amüsiert hinzu: „Wir haben nur sechs Masavenda gebraucht, um ein Volk von über sechzig
Milliarden in einen Bürgerkrieg zu stürzen, und wenn ihr mal auf den Bildschirm sehen wollt…“
Alle sahen dorthin und erkannten die Schiffe mit denen sie gekommen waren, die nun zum Teil
beschädigt umhertrieben.
„Ihr seht,“, fuhr Pranthra ernst fort, „daß es keine gute Idee ist, sich mit uns anzulegen.“
„Das heißt,“, erwiderte Prenturo verwundert, „daß ihr diese sechs Ratsmitglieder, die sich so
vehement für einen Krieg gegen euch eingesetzt hatten, ihr selber wart?“
„Nur indirekt. Meine sechs Freunde hier haben diese Masavenda nur etwas beeinflußt, bis ihre
Einstellungen so extrem waren, daß das Kommende nicht mehr aufzuhalten war. Allerdings bestand
bei allen sechs schon vorher der Wunsch uns auf jedenfall vernichten zu wollen.“
„Das ist aber sehr hinterhältig!“, entgegnete Zyrastat verärgert.
„Nicht hinterhältiger, als knapp sieben Milliarden Lebewesen zu töten und damit beinahe eine
ganze Spezies auszurotten.“
„Aber ihr habt damit auch uns bestraft, die da gar nichts für können!“, fuhr Prenturo ihn an.
„Mit gefangen, mit gehangen!“ Pranthra lachte etwas und sah wieder Lisa an, als er sagte: „Deine
Leidenszeit ist ein für alle mal vorbei. Meine Freunde haben Nandor und Krinas bewußt gemacht,
daß sie mit dir nicht so umspringen dürfen und…“
„Und wieso hat sich Nandor alle Gespräche mit dir angesehen?“, unterbrach Lisa ihn etwas
ungehalten.
„Wie gesagt, meine Freunde haben sie nur untergründig beeinflußt und nicht die Kontrolle
übernommen, wie ich in diesem Goullaeh oder damals in dem Menschen. Aber es wird dir nichts
weiter in dieser Richtung bevorstehen und dein Volk wäre nahezu einstimmig dafür, daß du frei
Leben kannst.“ Pranthra mußte plötzlich etwas Lachen, als er sagte: „Ich soll dir aber von meinem
Freund ausrichten, daß Nandor weder von der Spezies einer Amöbe, noch von der einer
Küchenschabe abstammt, sondern viel mehr von einem Gorilla der Erde.“
„Ach du veräppelst mich.“, erwiderte Lisa amüsiert.
„So, wirklich?“ Er sah Prenturo an und sagte auffordernd: „Los, sage ihr die Wahrheit.“
„Er hat recht.“, dachte er zu ihr.
Lisa konnte sich nicht zurückhalten und begann zu lachen, während sie prustete: „Das ist absolut
passend. Ich hätte es wissen müssen.“
„Aber um uns nun wieder den ernsten Dingen zuzuwenden,“, meinte Pranthra bestimmt und sah die
Masavenda abwechselnd an, „euch steht nun eine echte Herausforderung bevor, denn ihr müßt die
Hälfte eures Volkes zur Vernunft bringen. Und ich rate euch, euch niemals wieder im System der
Erde blicken zu lassen, noch in das System der Goullaeh zu fliegen! Es ist klar, daß es natürlich
nicht unsere Heimat ist.“ Belustigt fügte er an: „Wir sind doch nicht blöd!“
„Was ist denn mit unseren Raumschiffen?“, wollte Lenghro vorsichtig wissen.
„Die zweiundzwanzig, die verschwunden sind?“
„Ja, welche sonst?!“
Leicht lächelte Pranthra und betrachtete einen Moment Lisa, die ihn ebenfalls so ansah, bevor er die
Masavenda erneut abwechselnd anschaute und ernst sagte: „Im Gegensatz zu euch, oder auch
anderen Spezien des Universums, töten wir wirklich niemals jemanden.“
„Nein, ihr lasst lieber töten.“, sprach Zyrastat ihm verärgert dazwischen.
„Nein, das war die alleinige Entscheidung deines Volkes! Aber um auf diese Raumschiffe
zurückzukommen, die sind seit geraumer Zeit im Orbit eures eigenen Planeten. Wir mußten dafür
sorgen, daß genug Verpflegung für sie vorhanden ist. Die Besatzungsmitglieder wissen alles, was
auf eurem Planeten besprochen und entschieden wurde. Wir haben ihnen nichts vorenthalten, aber
wir haben uns entschlossen, sie euch zurückzugeben und die Tarnung wird bald aufgehoben.“
„Ihr seid echt krass!“, entfuhr es Lisa lächelnd, „Und wirklich für Überraschungen gut!“
Ebenfalls lächelnd kam Pranthra wieder auf sie zu und sagte: „Ich hoffe, du wirst deinem Volk
helfen auf den richtigen Weg zu kommen.“
„Na, ich weiß nicht.“, entgegnete sie ablehnend, „Eigentlich hätte ich lieber Ruhe, so endlich mal,
nach so langer Zeit.“
„Ich weiß.“ Wieder sah er Prenturo an und fügte lächelnd hinzu: „Ich hoffe, du paßt gut auf sie auf.“
„Natürlich!“, erwiderte dieser sofort überzeugt.
Pranthra blickte wieder Lisa an und erklärte ernst: „Ich persönlich werde wahrscheinlich ersteinmal
nicht mehr in deiner Nähe sein, denn es gibt noch andere Aufgaben.“
„Nicht mehr unter Beobachtung stehen?“, wollte Lisa lächelnd und ironisch wissen, „Das ist aber
schade.“
„Dennoch werden wir uns wiedersehen und so wahnsinnig lange wird das auch nicht dauern.“
Einige Schritte trat er wieder zurück und fragte: „Habt ihr denn alles verstanden, oder sind da jetzt
noch Fragen?“
„Und ihr verlangt jetzt von uns,“, sagte Prenturo etwas gereizt, „daß wir das wieder in Ordnung
bringen, was ihr angerichtet habt?“
„Ich glaube, du hast immer noch nicht verstanden.“, entgegnete Pranthra ernst und trat an ihn heran,
„Meine Freunde haben diese Masavenda nicht dazu überredet diese Überzeugungen zu vertreten!
Nandor und Krinas waren von Anfang an der Meinung uns vernichten zu wollen, sowie Lisa zu
unterdrücken. Sie haben sie nur dazu gebracht vehementer und extremer vorzugehen.“ Er lächelte
erneut und fragte: „Jetzt verstanden?“
„Wie kann ich mir da sicher sein?!“
„Ich glaube dir!“, sagte Lisa lächelnd, „Echt abgefahrene Spezies. Schade, daß ich niemals erfahren
werde, wo du wirklich lebst!“
Pranthra stellte sich vor sie und sah sie ebenfalls lächelnd an, während er erwiderte: „Irgendwann
erzähle ich dir davon.“
„Ich hoffe, ich sehe dich wirklich wieder. Ich werde dich wirklich vermissen!“
„Ich dich ebenso!“ Er sagte etwas in seiner Sprache und für alle Masavenda veränderte sich
gleichzeitig die Umgebung.

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