Winzeline/Drobinka / Exposé und Leseprobe

Exposé

Bei dem hier vorliegenden Manuskript „Drobinka“ handelt es sich um ein Kinderbuch, das von Pia und ihrer Oma erzählt, die auf eine unsichtbare Helferin treffen, welche ihre Leben auf den Kopf stellt.

Während ihres Urlaubs in Curacao findet Pias Oma eine reich verzierte Schatulle, welche sie als das perfekte Geburtstagsgeschenk für ihre Enkelin ansieht. Was sie jedoch nicht weiß: in der Schatulle lebt ein guter Geist, ein extraterrestrisches Wesen, welches sich Pia in Gestalt einer wunderschönen Puppe aus chinesischer Seide offenbart.

Drobinka — polnisch für Winzling — erzählt ihre Geschichte auf der Erde, da sie „erst“ seit dem Bau der chinesischen Mauer auf diesem Planeten weilt. Zu ihrer langen Lebensspanne hat Drobinka noch unzählige andere verblüffende Fähigkeiten, so kann sie sich und andere durch Zeit und Raum transportieren, beherrscht Telekinese und kann Träume manipulieren.

Die quirlige, gewitzte Puppe und das freche, aufgewecktes Mädchen verstehen sich auf Anhieb ausgezeichnet, machen sich übereinander lustig und lachen viel zusammen.

Im Verlauf eines Mittagsschlafes führt Drobinka die Pia und ihre Freunde dann in ein Weltraumabenteuer, in dessen Verlauf die Kinder einen fremden Planeten besiedeln. Hier sollen sich fortan alle Kinder in ihren Träumen treffen und miteinander ungestört spielen können. Nach dem Aufwachen wissen sie nichts mehr davon, da Drobinkas Geheimnis gewahrt bleiben muss.

Auch aus der tragischen Vergangenheit von Oma Hanna wird erzählt, deren Mann auf See verschollen ging. Drobinka kann ihr Hoffnung machen, da sie ihn in einem Unterwasserreich getroffen hat und verspricht, ihn bald zurück zu bringen.

Das offen gehaltene Ende lässt Raum für Spekulationen und weitere Abenteuer von Pia, Drobinka und den Dorfkindern.

In diesem Werk wird auf besondere Weise die von Vorurteilen und negativen Gefühlen unbeeinflusste Beziehung von Kindern untereinander ganz deutlich herausgestellt.

Das Plädoyer, sich und seine Mitmenschen so anzunehmen, wie sie sind, ist ausdrucksstark und einprägsam. Das zeigt darüber hinaus, wie wichtig es ist, füreinander da zu sein, wenn es einen Notfall gibt miteinander die Probleme des Alltags zu bewältigen und sie zu lösen.

Ein weiterer besonderer Aspekt der Geschichten ist, dass auch schwierige Themen wie Verlust und Angst nicht außen vor gelassen, sondern kindgerecht mit einbezogen werden.

Die Fantasiefigur Drobinka amüsiert mit ihren Streichen und Ideen, durch ihre fast unbegrenzten Fähigkeiten und kann die Wunschvorstellungen von Kindern erfüllen und die Fantasie und Abenteuerlust anregen.

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Durch die lebensnahe Figurencharakterisierung ist es für die jungen Leser/rinnen leicht, sich schnell in die handelnden Personen hineinzuversetzen.

Ich denke mir, dass diese Erzählung die Fantasie der Leser und der jungen Zuhörer anspricht. Sowohl die Sprache als auch die Handlung sind sehr lebhaft und für Kinder spannend gestaltet.

Ich habe mit meinem Werk eine gelungene wunderschöne Abenteuergeschichte für Kinder und jung gebliebene Erwachsene geschaffen. Mir ist ein fantasiereiches und kindgerechtes Werk gelungen, welche – nicht zuletzt auch aufgrund der gelungenen sprachliche Umsetzung das Potential hat, eine breite Leserschaft zu erreichen und die Fantasie von jungen wie erwachsenen Lesern gleichermaßen anzuregen.

 

Leseprobe

 

Vorab Anmerkung

Winzeline1 – Ein Märchen für Jung und Alt

 

Liebe Kinder und Buchfreunde,

 

mir ist eine überaus witzige und spannende Märchengeschichte “Winzeline“ gelungen, die ich Euch vorstellen möchte.

Die Winzeline ist ein außerirdischer guter Geist der alle Gestalten annehmen kann. Es verfügt über unheimliche galaktische Fähigkeiten und Willenskräfte.

Damit stellt die Winzeline zur Freude der Kinder überall dort wo sie erscheint ein heilloses Durcheinander und Verwirrung unter den Erwachsenen an. Sie ist für jeden Ulk zu haben. Damit möchte sie alle Kinder glücklich machen.

Sie ist eine Kinderbeschützerin überall dort auf der Erde wo den Kindern Leid zugefügt wird und sie in ihrer Not eine Hilfe brauchen.

Ihr seid eingeladen ihr dahin zu folgen um Miteinander und Füreinander da zu sein. Euch erwarten auf diesem Weg außergewöhnlich faszinierende Abenteuer und lustige Erlebnisse verbunden mit gigantischen Weltallreisen.

Jedenfalls meine Geschichte sorgt nachhaltig für Spaß; eine nette und ausgelassene Unterhaltung aber es regt zugleich dazu an den eigenen Wohlstand mit anderen Kindern die im Elend leben zu teilen.

Diesem leuchtendem Beispiel der Winzeline folgend, verzichte ich auf den Löwenanteil meines Autorenhonorars. Ich habe mir überlegt mit diesem Geld eine private Kinderstiftung einzurichten und in eigener Regie die bedürftigen Kinder zu sponsern.

Die Bilder der grauenvoll leidenden Kinder, die uns fast täglich in den Nachrichten im Fernsehen vorgezeigt werden, sind kaum an Grausamkeit zu überbieten. Sie können und dürfen niemanden kalt lassen.

Deshalb ihr Kinder und Buchfreunde seid von der Winzeline angeregt und aufgerufen jeder von Euch in seinem Umfeld dafür zu werben eine effektive Hilfeform zu starten und zu pflegen.

Ihr alle gemeinsam im Begleitung der Winzeline habt die Mittel der Willenskraft sich dem Irrsinn der Erwachsenen mit Euren Streichen entgegen zu stellen, die alleine das Elend der Kinder in der Welt herbeigeführt und zu verantworten haben.

 

Ich wünsche Euch allen viel Spaß mit dem ersten Band der Winzeline. Ein zweites Band ist auch bereits schon fertig. Dazu kommt sicher auch ein drittes vorausgesetzt, dass ich gesund bin. Ich bin immerhin 81 Jahre alt/jung. Gute Bücher zu schreiben ist schon eine Gabe und das macht mir eine große Freude den Buchfreunden ein spannendes und unterhaltsames Werk zu präsentieren.

 

In diesem Sinne.

Herzlichst Eurer W. D. Antczak

 

 

Band 1, Kapitel 1, Seite 3

 

Diese wundersame Geschichte nimmt ihren Anfang im alten Kaiserreich von China.

Der Uralten Überlieferungen nach reicht sie weit in die Ferne hinein als die Chinesische Mauer gebaut wurde. Niemand vermochte deshalb bis heute zu unterscheiden was an der Geschichte Wahrheit oder was eine Dichtung ist.

Sie erzählt von einer zauberhaften und kunstvollen seidenen Puppe Winzeline die eine Fantasie- und Kunstschöpfung von Oma Jo war.

Oma Jo nähte sie aus den Reststücken einer Seide dessen Ursprung einer geheimnisvollen Spinne zugeschrieben wird.

Obwohl Winzeline damals niemand zu sehen bekam, rankten sich um sie aller Hand Geheimnisvolle Erzählungen bis sie eines Tages von Winzelina selbst gelüftet wurde.

Sie zeigte sich nämlich Pia – einem Mädchen der sie sich anvertraute.

An dieser Stelle beginnt auch die Fortsetzung ihrer Geschichte.

Sperrt deshalb eure Ohren auf.

Ihr seid eingeladen Winzeline auf ihren wunderbaren Reisewegen zu begleiten und mit ihr ihre Abenteuer zu teilen.

In Mitten ihres bewegenden sehr langen Daseins entdeckte sie unerwartet Oma Hanna oder besser gesagt über sie geradezu gestolpert.

Sie machte, wie sie das jeden Morgen tat, einen Spaziergang am Strand der Insel Curacao.

Dort verbrachte sie zusammen mit ihrer Familie den Urlaub.

Wie jeden Morgen kam sie zu ihrem Lieblingsstrand mit einer Blume in der Hand die sie zum Andenken an ihren Mann ins Meer warf.

Er ist hier irgendwo in der Karibik als Kapitän eines Handelsschiffes in einen schrecklichen Sturm geraten und seit damals samt Schiff und Schiffsbesatzung verschollen.

Josef, du alter Pirat, du fehlst mir so sehr. Wo steckst du?

Ich bin mir sicher, du lebst hier irgendwo. Gibt mir endlich ein Zeichen wo du dich herumtreibst?

So vertieft in Gedanken, lief Oma Hanna den Strand entlang ab.

Sie spazierte an wunderschönen Palmen; exotischen Gewächsen; farbigen Blumen und dem Atemberaubendem Gezwitscher bunter Vögeln und den vielen putzigen Tieren vorbei.

Man begegnete sonst selten solch einer Pracht der Natur.

Oma Hanna war von all der Naturwunder und dem Meeresrausch immer wieder aufs Neue fasziniert und verzaubert.

Ihr Strandspaziergang an diesem Morgen verlief jedoch irgendwie anders. Sie war eben intensiver als sonst in Gedanken mit den Erinnerungen an ihren Mann befasst und mit ihm verbunden.

Ihr kam dies mal vor als ob er sie unsichtbar beim Spazierengehen begleitete.

Sie spürte ganz deutlich seine Nähe.

Dabei kam es unter ihnen zu einem Dialog.

Sonderbar, ihr kam plötzlich ein kostbarer Collier in den Sinn.

Ihr Mann brachte ihr ein Collier als Geschenk von seiner letzen großen Seereise.

Das Beisammensein der Beiden und ihr Strandgespräch waren jedoch von kurzer Dauer.

Ihre Gedanken verflogen so schnell wie sie kamen.

Die Verbindung mit ihrem Mann brach auf einmal zusammen.

Oma Hanna stolperte dabei in diesem Augenblick über einen Gegenstand.

Unter ihren Füßen im Sand lag eine wunderschön geschnitzte Schatulle.

Sie hob es sofort auf.

Was für eine meisterhafte Schnitzereikunst, ging ihr durch den Kopf.

So was gibt es heutzutage nicht mehr. Auch solch eine Holzart nicht.

So was findet man nicht alle Tage dazu noch am Strand im Sand liegt!

Herrlich, wunderbar, entzückte sich Oma über ihren Fund.

Ich bin ein richtiger Glückspilz. Solch ein Kunstwerk am Strand dazu am Ende der Welt zu finden.

Das ist schon ein besonderes Glück.

Das ist es! Das ist nicht nur ein außergewöhnliches Urlaubsandenken, sondern auch ein herrliches Geburtstagsgeschenk für meine Pia, ging ihr durch den Kopf.

Ach, Pia! Wer hätte das Gedacht, seufzte sie wehmütig. Unglaublich!

Sie lag noch vor Kurzen in den Windeln. Wie doch die Zeit verfliegt und davon rennt!

Auf diesem Gedankentrip um ihre Enkelin Pia, küsste Oma Hanna ihren Glücksfund zart und versteckte die Schatulle eilig in ihrer Tasche.

Hanna, Hanna, du altes Mädchen, du hast auch Mal Glück.

Pia hat bald ihren zwölften Geburtstag. Was Schöneres kannst du ihr kaum schenken.

Dabei wusste sie nicht, das konnte sie nicht einmal vermuten, was sie für eine Kostbarkeit gefunden hat und was sich in dieser Schatulle für ein Geheimnis verbirgt.

Aber alte Menschen haben oftmals einen siebten Sinn.

Als Oma Hanna der Schatulle ganz spontan einen saftigen Kuss verpasste bevor sie, sie in ihrer Tasche versteckte, geschah unerwartet etwas Sonderbares.

Die Schatulle strahlte für einen Augenblick. Hanna!

Die Schatulle ist verzaubert! Nicht zu glauben, rief sie auf diesen Anblick verdutzt aus.

In diesem Prunkstück pulsiert das Leben!

Für sie stand fest: Sie hatte eine geheimnisvoll umhüllte Schatztruhe gefunden!

Nun der Urlaub ging zu Ende. Die ganze Familie trat den Rückflug nach Hause an.

Das zauberhafte Urlaubmitbringsel lag gut verstaut in Omas Reisekoffer.

Sie war jedoch fortwährend mit ihren Gedanken bei ihrem Urlaubsfund und sinnierte andauernd und zerbrach sich den Kopf, was wohl in der Schatulle für ein Geheimnis stecken mag?

Sie hätte am liebsten aus Neugierde in das Kästchen rein geschaut aber die Schatulle war dicht verschlossen.

Offenbar hatte sie eine geheime Öffnung. Meine Pia ist ein schlaues Mädchen.

Sie findet schon das Zauberwort heraus wie du dich öffnest.

Bleibt jetzt mein Liebling zu im Koffer schön liegen, sagte sie zu sich.

Du bist bei uns vor allem bei meiner Pia bestens aufgehoben.

Du wirst ihr ganz sicher viel Glück bringen, Freude und Spaß bereiten und öffnest dich, wenn du das willst.

Dabei hat sie sich nicht geirrt.

Wie das aber oft unabsichtlich vorkommt, Omas Reisekoffer landete nicht ganz ausgepackt vorerst auf dem Speicher.

Die Familie bewirtschaftete ein Landgut. Dadurch kam auf sie eine Menge Pflichten mit der Einbringung der Ernte zu.

Kein Wunder auch Oma Hanna hatte volle Hände zu tun. So ging der Koffer nicht ganz vollständig ausgepackt auf den Speicher und geriet in Vergessenheit.

Er hätte dort womöglich vielleicht noch lange gelegen.

Oma Hanna vermisste jedoch sehr ihr Fernglas und konnte sich nicht daran erinnern, wo sie es abgelegt hat. Dabei war es ihr sehr wichtig, wenn sie nach Pia mit ihrem Findelkind – dem schwarzen Rabenvogel Felix Ausschau halten wollte.

Pia hat den Felix von klein an großgezogen und mit einer besonderen Hingabe gesund gepflegt.

Die beiden wurden dicke Freunde und waren unzertrennlich. Dabei heckten sie oftmals vor lauter Übermut Streiche aus, was “Gott verboten hat“.

Felix hat Pia aufs Wort gefolgt und stellte jeden Unfug an damit sie sich erheiterte und darüber herzhaft lachte.

Deshalb gab es manchmal einen handfesten Ärger mit den Nachbarn.

Felix scheuchte nämlich mit Vorliebe mit seinen Tiefflügen Hühner, Enten und Gänse und sonst allerlei Vieh. Das sah so lustig aus.

Die Oma musste deshalb die Beiden ständig im Auge behalten, um zu verhindern, dass man dem Rabenvogel was antut.

Hanna, Hanna, meditierte Oma, wo hast du denn deinen Kopf? Wo hast du dein Fernglas versteckt? Irgendwann lässt du noch deinen Kopf wo liegen und was dann?

So vertieft in ihrer Nachforschung wo das Fernglas sein könnte, dachte sie nach, wo sie es zuletzt in den Händen hatte?

Na freilich! Ich hatte ihn doch auf Curacao mit.

Wo kann er also wohl sein?

Auf dem Speicher in meinem Koffer natürlich!

Geschwind lief sie sogleich dorthin. Tatsächlich das Fernglas lag da. Na so was?

Du liegst hier herum und gibst keinen Muckst von dir.

Dann kann ich dich lange suchen, du nutzloses Ding! Ach! Schau mal her! Wen haben wir da?

Du liegst ja auch ganz vergessen mein Liebling, sprach sie die Schatulle an.

Verzeihung aber vor lauter Stress daheim habe ich auch dich hier liegen gelassen und vergessen.

Oma Hanna nahm die Schatulle in die Hand und drückte sie zärtlich ab.

Du gehst jetzt in mein Zimmer mit.

In ein paar Tagen ist es soweit unsere Pia hat Geburtstag.

Du bist auch herzlich eingeladen mitzufeiern.

Ganz sicher bist du auch neugierig darauf meine Enkelin kennen zulernen oder?

Sag jetzt nichts, ich weiß es, Oma Hanna ist ein Rindvieh. Wie konnte ich dich vergessen!?

Nach diesem nicht sehr schmeichelhaften Monolog wanderten das Fernglas und die Schatulle in Omas Zimmer.

Es dauerte auch nicht mehr lange, dann kam auch schon Pias Geburtstag.

Oma Hanna nahm ihren Schatz aus ihrem Versteck in ihrem Schrank, schlich sich ganz früh am Morgen in Pias Zimmer ein während sie noch schlief, legte die Schatulle bei ihr auf dem Kopfkissen ab und lief mausestill schmunzelnd davon.

Irgendwann gegen Morgen als sich Pia noch im Schlaf von einer Seite auf die andere drehte, weckte sie plötzlich eine leise piepsige, kratzige und rostige Mädchenstimme die ihr ins Ohr flüsterte:

Pia, Pia, Pia, wach endlich auf du Schlafmütze.

Du verschläfst noch deinen Geburtstag. Meine herzliche Gratulation!

Es ist Zeit für dich endlich mal wach zu werden.

Pia geweckt, rieb ihre Augen, erst das Eine und dann das Andere und machte sie auf.

Sie traute ihnen nicht. Auf dem Eck ihres Kopfkissens saß neben einer offenen prachtvoll ausgelegten Schatulle eine Puppe.

Sie war wunderschön in einem herrlichen kostbaren Seidengewand eines prächtigen Kimonos gekleidet.

Sie lachte Pia übers ganze Gesicht freudestrahlend an.

Nanu! Wer bist denn du? Wo kommst du zu mir auf mein Kissen her?

Du kannst ja sprechen! Wie du herausgeputzt bist! Gehst du zu einer Hochzeit?

Solch Kleider gibt es bei uns nicht. Solch ein Kleid habe ich noch nie gesehen.

Du bist wunderschön – eine herrliche Puppe.

Pia glaubte ihren Augen noch nicht ganz und musterte ihr Maskottchen aufmerksam. Hast du einen Namen? Wie heißt du eigentlich?

Klar habe ich einen Namen. Du nicht?

Ich werde Winzeline gerufen aber was gaffst du mich so an? Hast du noch nie eine Puppe gesehen?

Was bist denn du für ein Morgenmuffel?

Die zwei brachen gleichzeitig bei dieser solch ungewöhnlichen Begegnung und Begrüßung in lautem Lachkrampf aus. Ihre Freundschaft war besiegelt.

Danach kamen auch heiße Küsse dran, denn die Beiden waren augenblicklich ein Herz und eine Seele.

Pia war im siebten Himmel.

Du bist mir vielleicht eine komische Tussi und eine hässliche kratzige Motte.

So, jetzt hast du! Du breitest dich, auf meinem Kopfkiesen aus und sprichst mich frech an.

Willst du mich anmachen? Ich bin hier die Herrin im Haus und wer bist du?

Du bist offenbar eine verirrte heimatlose Puppe entlaufen aus Tausend und einer Nacht; schleichst dich bei mir ein und bist obendrein schlecht erzogen.

Jetzt mach mal aber einen Punkt! Willst du mit mir Streit anfangen? Was bist du schon?

Du bist eine verzogene kleine Göre. Du trägst etwas zu dicke auf! Komm runter!

Humor hast du, da kann man nichts dagegen sagen.

Pia hielt das nicht aus.

Die Beide lagen sich wieder in den Armen geschlossen und bedeckten sich abermals mit heißen Küssen und besiegelten erneut ihre Freundschaft.

Du, ich habe dich wahnsinnig lieb Pia, aber mach mal Pause, du erdrückst mich ja.

Mir bleibt die Luft weg. Jetzt reicht es mir mit der Knutscherei! Ich will dir, weil du mich so unwahrscheinlich „nett“ begrüßt hast, spottete Winzeline meine Geschichte erzählen.

Du platzt ja doch vor Neugier, stellst viele Fragen wer ich bin und woher ich komme. Stimmt!

Mach mir nichts vor Fremde! Du bist doch eine geheimnisvolle Hexe!

Das sehe ich dir auf deiner Nasenspitze an, du Frechtags.

Bist du fertig, du Rotznase?

Hör mir also jetzt mal aufmerksam zu:

Es gab einmal einen sehr alten Mann. Er war ein großer, außergewöhnlicher Heiler.

Das war vor sehr langer Zeit im alten Kaiserreich von China als man dort damit begann die chinesische Mauer zu bauen.

Man hat den Doktor Mao sehr verehrt und geachtet, denn er war sehr klug und tat den Menschen nur Gutes; hatte für jeden stets ein freundliches Wort und wusste immer einen Rat, wenn jemand mit einem Kummer zu ihm kam. Niemand kann sich jedenfalls an damals mehr erinnern.

Das was man weißt sind Überlieferungen von Mund zu Mund aus dieser Zeit.

Dieser alte Mann ist auf jeden Fall ein berühmter Arzt gewesen.

Er behandelte und heilte seine Patienten nach der alten chinesisch-medizinischen Heilkunst.

Ihm ging ein besonderer Ruf weit über seinen Wohnort hinaus voraus. Er hatte auch heilende Hände.

Es genügte manchmal, dass er dem Kranken seine Hand auflegte und er war wie durch ein Wunder geheilt. Doktor Mao behandelte die Kranken mit Heilkräutern.

Deshalb ging er sehr oft in den nah an seinem Wohnort anliegenden Wald um sie zu sammeln.

Doktor Mao brauchte eines Tages dringend ein ganz bestimmtes, ganz besonderes Heilkraut.

Er war in Sorge um ein Kind das man in seine Praxis von weit her brachte.

Das Kind litt unter einer unbekannten Krankheit. Bis dahin fand sich aber leider kein Arzt, der dem Kind hätte helfen können.

Doktor Mao zerbrach sich wegen dem Kind den Kopf war aber guter Dinge, denn er glaubte bescheid zu wissen:

Gegen diese Erkrankung gab es ein Heilkraut was allerdings sehr selten war.

Es galt eben dieses Heilkraut zu finden. Er ging also in den Wald hinein es zu suchen.

Damit fing alles an und kam wie es kommen musste.

Doktor Mao lief an diesem Tag schon stundenlang. Seine Suche war jedoch Erfolglos.

Mit der Zeit wurde er letztlich müde und setzte sich unter einem alten dicken Baum um eine Rastpause zu machen. Dabei ist er eingenickt.

Das war aber nur ein Nicken von kurzer Dauer. Er wurde durch irgendwelchen Krach und laute Schreie in seiner Nähe wach gemacht.

Das brachte ihn hoch auf die Beine. Er folgte dem Krach mit einem Stock in der Hand in die Richtung woher der Radau kam.

Weit musste er nicht laufen. Da sah er schon einen großen schwarzen Vogel, der eine Spinne, die Mitten in einem mächtigen Spinnennetz zwischen zwei Bäumen saß.

Er belagerte sie Angriffslustig verfing sich allerdings im Spinnennetz.

Dem Heiler tat die Spinne Leid.

Er scheuchte den Angreifer mit seinem Stock zur Flucht ohne ihm weh zu tun.

Ohne sich weiter darüber Gedanken zu machen, trat er den Weg unter seinen Baum zurück an, wo er seine Rastpause ungestört fortsetzen wollte.

Als er sich gerade umdrehte um dahin zu gehen, hörte er plötzlich verdutzt eine menschliche weibliche Stimme. Das war die Spinne, die ihn angesprochen hat:

Mao, du hast mir einen großen Gefallen getan, womöglich mir sogar das Leben gerettet.

Dafür sollst du belohnt werden. Ich bin sehr alt und geschwächt. Sag nichts.

Von dort wo du gerade stehst, geh 50 Schritte geradeaus.

Dort findest du einen kleinen Felsen und ein Versteck in der Wand.

Ich habe darin mein gesamtes Lebenswerk zusammen getragen. Daraus wird eine kostbare Seide geben. Nimm es mit, verkaufe es und tue für die Menschen und Tiere ein gutes Werk.

Dein Heilkraut findest du dort in der Nähe auch. Du bist ein guter Mensch. Sieh zu, dass du das Kind heilst.

Das Kind ist bei dir bestens aufgehoben und braucht dich“.

Du hörst mir Pia gar nicht zu, sehe ich.

Pia! Du pennst ja schon wieder!

Mach mich nicht ärgerlich, Winzeline sonst bin ich sauer und werde grantig.

Deine Geschichte ist so spannend. Erzähle endlich weiter.

Also gut: Unser Doktor überlegte nicht lange, bedankte sich höflich bei der Spinne mit einer tiefen Verbeugung und machte sich sogleich auf den Weg dahin wo ihn angetragen wurde.

Dort fand er in der Tat einen großen Ballen Spinngewebe. Das war mehr als er sich hätte vorstellen können. Auch sein Kraut fand er neben dem Felsen. Er nahm das alles mit. Ihn freute vor allem das Heilkraut mit der er das Kind heilen konnte. Mit dem Verkauf des Stoffs hatte er es nicht eilig. Der Zufall wollte dass durch den Ort eine Handelskarawane fuhr.

Das war öfters der Fall.

Der Ort lag direkt daneben an der großen Handelsstrasse. Sie gibt es schon seit Urzeiten auch heute noch, die den Namen Seidenstrasse trägt. Das ist ein Handelsweg der sich über Tausende von Kilometer zieht und durch viele Länder führt.

Die Karawane legte in diesem Ort, wie das seit je her üblich war, eine längere Rastpause an.

Unter den Kaufleuten und ihrer Begleitung gab es auch Kranke. Sie alle waren froh und geehrt von ihren berühmten Doktor ärztlich betreut und behandelt zu werden.

Dies Mal kam zu Dr. Mao ein Kaufmann mit fürchterlichen Zahnschmerzen, dem Doktor Mao den Zahn ziehen musste. So kamen die Beiden ins Gespräch.

Dieser Kaufmann war von der besonderen Qualität des Spinngewebes angetan. Der Handel war perfekt.

Der Kaufmann zahlte dafür dem Doktor einen Höchstpreis.

Er hatte nämlich an der Hand einen ganz speziellen Käufer.

Das war kein Geringerer als der Hofschneidermeister des Kaisers von China und des gesamten Kaiserclans.

Auf diese Art und Weise landete der gesamter Spinnengarn bei Meister Van in seinem Webereiwerk.

Der Hofschneider war ein sehr geschäftstüchtiger Mann.

Er lies durch seine Hintermänner wieder besseres Wissen die Nachricht verbreiten:

Wer sich aus seiner Seide ein Gewand errichten lässt, wird in der Nähe des Kaisers fortwährend bleiben; einen märchenhaften Reichtum erlangen; verschont von Krankheiten; unsterblich werden und glücklich Leben und eine große Nachkommensfamilie haben.

Der Stoff war in der Tat märchenhaft schön, aus dem der Schneider meisterhaft die Gewänder kreierte.

Das waren auch alles wunderschöne und kostbare, Kimonos und prachtvolle Kleider.

Die Nachfrage danach war enorm.

Alle, wer Rang und Namen hatte, wollte solch Kleider haben.

Der Seidenstoff vermehrte sich aber nicht und ging irgendwann zu Neige bis davon nur als Abfall winzige Reste geblieben sind.

Damit konnte natürlich der Schneider Van nichts anfangen.

Er schenkte es daher seiner besten Schneidermädchen Li.

Damit machte er sie überglücklich, denn sie war in der Seide richtig verliebt.

Li trug die Seidenreste stolz behutsam und voll Freude nach Hause.

So kamen sie ihrer Oma Jo in die Hände. Sie wurde ebenfalls von der Seide verzaubert.

Oma Jo wurde nachdenklich, überlegte nicht lange und machte sich an die Arbeit.

Sie nähte daraus insgeheim fleißig und erschuf ein kleines Püppchen. So bin ich Winzeline entstanden.

Was sagst du dazu Pia? Selbst du bist von meiner Schönheit hin und weg!

Och! Ich kann mich bremsen. Mich kratzt das nicht. Diese alte Frau nähte eben eine Stoffpuppe.

Was ist daran so besonders? Das machen viele Omas, sagte Pia und brach in lautem Lachen aus.

Was ich Winzeline nicht ganz begreife. Du erzählst mir eine Geschichte von dir die so gar nicht stimmen kann.

Du warst ja doch noch gar nicht geboren worden. Die Oma Jo hat dich noch nicht genäht. Du warst zu der Zeit nur ein Seidenstoff.

Aller Achtung Pia, gut aufgepasst.

Du bist ein schlaues Mädchen. Du hast Recht als Puppe war ich nicht da aber ich bin eine geistige Wesenheit.

Ich gehöre zu der Ewigkeit der Schöpfung und war schon längst dabei als euer Planet Erde geschaffen wurde. Das zu verstehen dafür bist du noch zu klein, wenn die Schöpfung ein Mensch überhaupt je begreifen kann.

Deinen Spott kannst du dir also schenken und an den Hut stecken.

Die Spinne war jedenfalls nicht irgendeine Spinne. Sie war eine Königsspinne, du Rotznase.

Ich bin von daher eine Prinzessin. Du hast meine Gute deshalb den Mund zu halten,

wenn du nicht gefragt bist.

Wenn man dir aber gnädig das Wort erteilt, hast du mich mit Königliche Hoheit anzusprechen.

Davor darfst du vor mir erst Mal einen ordentlichen Knicks ganz tief machen. Schreib dir das gut hinter die Ohren, verstanden?

Nach dieser unsanften Belehrung brachen die Beiden wie auf Kommando in einer lauten Lache aus und lagen sich sogleich wieder in den Armen. Du, Pia, ich will dich nicht erschrecken.

Ich bin, wie ich das sagte, nicht von eurer Welt.

Als eine geistige Wesenheit verfüge ich natürlich über außerirdische Fähigkeiten und Kräfte.

Du wirst staunen was ich alles kann. Leg dich also mit mir lieber nicht an.

Jetzt trage aber nicht zu dicke auf. Selbstlob stinkt.

Du kannst mir viel erzählen bis der Tag rum ist. Das ist nur deine Protzerei.

Du bist ein Winzling, nimmst aber deinen Mund mächtig voll und willst mich beeindrucken nur um dich wichtig zu machen.

Darüber kann ich nur lachen. Außerdem ich habe keine Angst vor dir. Ich werde von meinem Felix beschützt und sein Schnabel ist nicht ohne.

Du, Pia, treib es nicht auf die Spitze.

Ich gebe dir den guten Rat, zügle deine Zunge, sonst verwandle ich dich auf der Stelle in einen Maulesel.

Das willst du doch nicht oder? Blabla, blabla!

Das ist alles schön und wunderbar was du so alles angeblich kannst.

Ich glaube dir trotzdem nicht. Beweise es!

Toll Pia! Jetzt pass auf!

Ich räume auf der Stelle, augenblicklich dein Zimmer um; rücke deine Möbel ohne sie

anzufassen zusammen. Darüber kann ich nur kichern. Du bist doch nur eine Protztante!

Was hast du schon drauf? Wie willst du das als ein Winzling anstellen schwere Möbel zu verrücken?

Darauf bin ich jetzt aber gespannt. Tue es, spottete Pia! Halte jetzt den Rand und schaut zu wie das bei mir geht.

Was weißt du schon von mir und den gigantischen galaktischen Kräften?

Du bist gerade aus dem Ei geschlüpft und aus den windeln raus. Du bist als ein einfaches Bauermädchen geboren worden.

Du kannst gerade bis drei zählen. Wie willst du schon das begreifen, welch Geisteskräfte es im Universum gibt und über welch Energiemacht ich verfügen kann?

Ich bin kein Püppchen, wie du mich gerade siehst, sondern ein Geist.

Ich werde dir jetzt eine Lehre erteilen, ohne dir Weh zu tun.

Winzeline visierte nun Pias Zimmer scharf an. Da geschah es auch schon.

Das Zimmer wurde augenblicklich verwandelt und nahm vor Pias Augen eine fernöstliche Gestalt an.

Das Bücherregal von Gegenüber an der Wand wurde in die Ecke geschoben.

Pias Bett flog und kam mit einem Baldachin versehen auf die linke Wand des Zimmers.

Damit das Ganze einen Rahmen bekam, wurde das Zimmer wie von einer Geisterhand mit einer goldenen Tapete neu ausgelegt. Pia traute ihren Augen nicht. Sie wurde sprachlos daraufhin was sie sah.

Hallo Pia! Bist du noch da? Jetzt bist du aber paff. Mach deinen Mund zu! Es zieht!

Die zwei Freundinnen steckten die Köpfe zusammen und kicherten ganz herzlich was das Zeug gab.

Weiß du Pia, Möbel umzuräumen was ist das schon? Das ist ein Klacks.

Das bringst auch du fertig, wenn ich dir das beibringe. Ich bin, wie du siehst für so manche Überraschungen gut. Was ist das schon Möbel zu versetzen.

Im Moment will ich jedenfalls daran belassen damit dein Köpfchen nicht zu heiß wird und keinen Schaden nimmt und du hast womöglich heute den ganzen Tag Kopfweh. Das wäre ja sehr schade.

Winzeline spart dir den Atem. Du bist einfach eine Wucht, du meine liebe alte Hexe.

Pia platzte vor Glück und Verwunderung. Sie hatte den Rabenvogel Felix zum Freund dazu kam jetzt noch Winzeline.

Was wollte sie noch mehr. Sie war angetan; hingerissen und wunschlos glücklich.

Mit solchen Freunden kann man gegen die ganze Welt antreten;

was bewegen und einen Heiden Spaß erleben.

Pia war einfach überwältigt. Sie wuchs in einem glücklichen Familienumfeld und wurde weltoffenen frei von Tabus erzogen. Sie hat nicht nur Flausen, Ulk und Vergnügen im Kopf und war viel reifer als die anderen Kinder ihres Alters.

Jetzt hatte sie neben Felix noch Winzeline zur Seite.

Sie würde am liebsten zusammen mit ihnen die ganze Welt umkrempeln vor allem alle Kinder dieser Welt glücklich machen; ihnen das Lachen beibringen und von ihnen all ihren Kummer fern halten.

Was ist mit dir los Pia? Dein Kopf raucht! Ich sehe du bist so nachdenklich und hast Krokodill Tränen in den Augen. Du heulst ja richtig?

Spotte nicht. Das verstehst du nicht, du Babajaga.

Was bin ich? Eine Hexe? Na warte!

Das sind Glückstränen, dass ich Felix und dich zu meinen Freunden habe. Was will ich noch mehr?

Ich bin einfach überglücklich. Aber jetzt was ganz anderes.

Lassen wir meine Heulerei bei Seite. Du hast mir nur den ersten Teil deiner Geschichte erzählt.

Du bist also deinem Alter nach Uralt, siehst aber ziemlich fesch, jung und frisch aus.

Wie ging es mit dir dann weiter? Wie kam es dazu, dass, du ausgerechnet in Curacao meiner Oma über den Weg gelaufen bist und dich bei mir auf mein Kissen bis nach Polen verschlugst?

Gute Fragen. Ja, wie ging denn das mit mir weiter? Nach dem ich von der Oma Jo als eine Puppe erschaffen und von ihr in die Schatulle ihres Mannes hingelegt wurde, hat sich der Kasten hinter mir wie von Zauber Hand dicht verschlossen. Er wurde für mich zum Palast. Mir fehlte es hier an nichts.

Ich konnte zu dem, wann auch immer ich das wollte meine Wohnung verlassen oder durch die Wände durchsehen und alles beobachten. Gefangen war ich dort nicht.

Als eine Geisteswesenheit habe ich mich auf der Erde aber eben auch sonst stets durch Zeit und Raum mit mehrfacher Lichtgeschwindigkeit oder je nach dem in einer Zeitlupe durchgegeistert.

Ich kann mich ja frei bewegen und an mehreren Orten zugleich sein und dabei in mehreren Gestalten unsichtbar bleiben.

Dank meiner telepatischen Fähigkeiten, kann ich mich auf größte Entfernungen mit Menschen aber auch allen Wesen der Tierwelt unterhalten. Ich verstehe und spreche alle Sprachen.

Ich befinde mich sozusagen auf einem Forschungstrip auf der Erde.

Ich erforschte bislang sämtliche Kontinente und Inseln sowie die Tiefen der Meere und Ozeane.

Dabei lernte ich überall die Wunder der Schöpfung kennen aber auch all das Leid Millionen Kinder eurer Welt.

Ich will dir all dies jetzt nicht im Detail erzählen. Das werden du und dein Bruder noch mit eigenen Augen sehen. Erst dann wirst du begreifen wovon ich rede.

Nun aber wieder zurück nach China zur Oma Jo: Eines späten Nachmittags sagte sie plötzlich zu Li: Li ich spüre es, ich komme bald zum Opa. Er wartet doch schon so lange auf mich.

Wenn du einmal eine Tochter hast und sie den zwölften Geburtstag feiert, schenke ihr diese Schatulle. Das ist unser Geburtstagsgeschenk.

Darin ist meine Winzeline verschlossen. Sie bringt deiner Tochter viel Glück.

Oma Jo überreichte der Li das Kästchen und verstarb noch am selben Abend.

Leider über den Wohnort von Li brach eine Naturkatastrophe – eine Sinnflut aus.

Der Ort lag in einem tiefen Tal das von Wassermassen überflutet wurde.

Von dem Ort blieb nichts übrig. An dieser Stelle entstand ein großer Binnensee.

Wie viele Menschen sich dabei gerettet haben, weiß keiner. Li wurde verschollen.

Dabei ging zunächst auch die Schatulle unter, aber sie ging nicht verloren, sondern schwamm eine lange Zeit in den Tiefen des Sees. Nach einigen Jahren kam sie dann über viele Bäche und Flüsse in das chinesische Meer und trieb weiter in die Weltmeere und Ozeane. Mir machte das Riesen Spaß.

Ich lernte mit der Zeit in den Tiefen der Meere und Ozeane eine Unmenge Lebewesen aller Sorten in verschiedenen Formen bei den Winzlingen angefangen bis hin zu den riesigen Walen, Mantas, Haien und den außerordentlich intelligenten Delfinen und Orkas.

Ich war von der Farbenpracht der Fische und der Landschaften unter Wasser angetan.

Mit der Zeit fand ich unter ihnen eine Menge Freunde. Ich durfte sogar auf ihnen Wellenreiten und mit ihrem Nachwuchs spielen und herumtollen. Ich verstand doch ihre Sprachen und wurde von den meisten als eine von ihnen voll angenommen. Irgendwann, befand ich mich mit einem Schwarm Delfine in den Gewässer um die Insel Curacao. Dort empfing ich überraschend auf dem telepatischem Weg eine recht seltsam klingende Menschenstimme, die ziemlich undeutlich war.

Ich habe sie zunächst nicht beachtet aber sie wiederholte sich immer in gleichen Abständen auf die gleiche Art und Weise. Das war ein S O S Ruf. Mich machte das neugierig. Irgendein menschliches Wesen versuchte es aus den Meerestiefen mit mir den Kontakt aufzunehmen. Ich stellte mich darauf ein.

Leider die Übermittlung der Botschaften war unklar und nur von kurzer Dauer.

Das war aber nicht alles. Seltsamer Weise meine Energie wurde dabei schwächer.

So was kannte ich bisher nicht. Ich musste auf die Wasseroberfläche zur Sonne.

So kam ich wohl oder Übel auf den Strand von Curacao neue Energie aufzutanken.

Ich ruhte mich dort schon ein paar Tage aus. Wie der Zufall es wollte ist mir dort deine Oma begegnet und über die Quere gelaufen.

Sie führte lange Selbstgespräche; machte mich dadurch neugierig.

Das Ende vom Lied ich bin bei einer kleinen rotznäsigen Göre und Bettnässerin

auf dem Kissen gelandet.

Du, du alte Hexe, ich pinkle nicht ins Bett. Damit kannst du mich nicht anmachen.

Bleib friedlich. Mach Pia keinen Aufstand, sonst, sonst muss ich dich doch in einen Maulesel verwandeln.

Da wird selbst dein Schwarzer Rabe drüber staunen und was Lustiges zu krähen haben.

Toll, wunderbar! Ich bin also eine Göre und ein Esel.

Wenn dich das glücklich macht nur zu. Aber ich möchte gerne wissen, was wird aus der Stimme werden, die du empfangen hast? Was wohl?

Der S O S Ruf kommt von deinem Opa. Ich lausche ihm und bin stets auf Empfang. Bei mir spielt die Entfernung keine Rolle.

Kommt Zeit, kommt Rat. Mehr musst du jetzt nicht wissen, sonst wirst du mir meine liebste Rotznase viel zu schlau.

Was sagst du da? Mein Opa lebt?

Ja, das ist wahr, aber behalte das für dich und sagt nur nichts davon deiner Oma. Wir werden sie schon bald damit überraschen, wenn die Zeit dafür reif ist.

Bis dahin bleibt das unser Geheimnis. Ehrenwort?

Na, klar!

Nun, jetzt wurde reichlich geredet. Auch viel Unfug. Jetzt habe ich Hunger.

Ich könnte eine ordentliche Malzeit vertragen und eine ganze Kuh verschlingen.

Für mich ist Zeit zu deiner Oma in die Küche zu verschwinden. Sie hat dort ein feierliches Frühstück für dich vorbereitet.

Mal sehen was sie zu bieten hat? Humm! Riechen tut das köstlich. Das wird vielleicht für mich ein Schmaus werden! Du, deine Leute sind ohnehin schon im Anmarsch dich mit einem Geburtstagsständchen zu beglücken. Lass mich dein Zimmer wieder in den alten Zustand versetzen damit keiner von ihnen in Ohnmacht fällt.

Ich muss jetzt aber schleunigst verschwinden.

Winzelines Schatulle ging zu und sie verschwand.

Vor Pias Zimmer kam es sogleich zum Radau mit Topfschlagen.

Zeitgleich stürmte auch schon die gesamte Familie in das Zimmer hinein.

Es wurde ein Geburtstagsständchen gesungen. Danach kamen die Glückwünsche und saftige Küsse.

Als erster kam Pias Mutter dran, die ihre Tochter herzlich umarmte und küsste. Danach kam der Vater; die Oma und Jurek dran.

Sie wurde von allen ihren Lieben fest abgeknutscht und natürlich auch reichlich beschenkt.

Nanu! Was ist denn das für eine wunderschöne Schatulle auf deinem Kissen? Wunderschön! Wo hast du sie denn her?

Das ist mein Urlaubmitbringsel aus Curacao und mein Geburtstagsgeschenk, schaltete sich darauf Oma Hanna ein um der Enkelin eine Antwort zu ersparen.

Kinder, sagte sie weiter, kommt alle runter. Ich habe uns ein festliches Frühstück vorbereitet. Pia mach schnell deine Katzenwäsche und komm nach

Wir warten auf dich. Oma Hanna lief dann eilig aus dem Zimmer raus.

Alle anderen waren gerade dabei ihr zu folgen, da hörten sie plötzlich Omas Lamento und laute Schreie. Die ganze Familie war erschrocken und lief sofort die Treppe runter. Pia lief ihnen natürlich umhüllt in ihren Morgenmantel nach. Was sie dann zu sehen bekamen, waren alles leere Platten und Teller.

Am Esstisch war ein heilloses Durcheinander. Die von Oma zum Frühstück angerichteten Platten waren Ratzeputz leer gegessen. Oma Hanna hat auch sofort den Schuldigen ausgemacht.

Das durfte nur der Kater Maz sein, meinte sie. Das war aber völlig ausgeschlossen.

Maz war ein wohl ernährter Kater. Er konnte gar nicht der Übeltäter sein.

Wie sollte er denn alle diese Leckereimengen auf den Platten und Tellern so schnell auffressen?

Das war absolut unmöglich. Das wurde auch langsam Oma klar. Wenn das nicht der Matz war, legte sie in ihrer Erregung nach: dann haben wir wohl im Haus gefräßige Sandmännchen. Kinder, Verzeihung, ich bin fassungslos erschlagen.

Das begreife ich alte Frau nicht, wer sich an meinem Tisch so schadhaft versündigt hat?

Das feierliche Frühstück ist damit wohl voll ins Wasser gefallen. Jedenfalls alle Platten mit Wurst und Käse und alles was sonst noch angerichtet war, waren, weg gegessen.

Da lagen nur noch ein paar Krümel und Knochen von den Hähnchenkeulen.

Alle Anwesenden waren bei diesem Anblick, das sich ihnen geboten hat natürlich sprachlos und gänzlich verdutzt.

Während im Kreis der Familie dieser Vorfall nach einer Pause zu Sprache kam, musste Pia plötzlich ihr Gesicht in einem Kissen gebeugt auf dem Sofa verhüllen.

Die Situation im Zimmer war geradezu zu komisch. Das half nichts.

Letztendlich brach die Kleine in einem lauten Lachanfall aus.

Ihr herzhaftes Lachen lockerte im Zimmer sofort die Stimmung auf.

Es kam wie es kommen musste alle brachen in einem herzlichen Lachkrampf aus.

Das amüsante dabei war, niemand wusste worüber sie eigentlich alle lachten.

Nur Pia sah die kleine Übeltäterin. Für die anderen war sie unsichtbar.

Winzeline saß auf der Wanduhr und schaukelte voll gegessen vergnügt

auf dem Pendelarm der Uhr zum Takt hin und her. Ticktack, ticktack.

Dabei war sie in Bester Laune und machte schaukelnd in Pias Richtung lustige Fratzen;

drehte wie eine Seiltänzerin ihre Pirouetten und machte laufend ihre Grimassen dazu. Kinder! Das kann doch nicht wahr sein.

Mir ist gar nicht zum Lachen, rief Oma und wiederholte sich andauernd stotternd und machte ihrem Unmut freie Luft.

Dabei faltete sie ihre Hände zusammen als ob sie beten wollte.

Kinder, ist denn das die Möglichkeit? Wenn das nicht der Maz war, dann haben wir die Sandmännchen im Haus, die einen mächtigen Hunger hatten und mussten hier eine richtige Fütterung der Raubtiere abhalten.

Hier fand eine richtige Fressorgie statt. Omas Worte blieben fast plausibel im Raum hängen auch, wenn sich der Verstand dagegen sträubte.

Alle wie sie im Zimmer waren, waren jedenfalls unsicher. Niemand von ihnen konnte das begreifen, was da geschah. Oma Hanna hatte jedenfalls davon die Nase voll, drehte sich um und ging mit Karacho in die Küche. Ja, sie war richtig sauer aber wollte trotzdem wenigstens Kaffee, Milch und Kakao holen. Sie musste auch nachschauen, ob zumindest ihre Torten und der Kuchen heil geblieben sind. Das alles zusammen an dem Vorfall war ziemlich ungewöhnlich und lustig zugleich.

Mensch Roman, sagte Pias Mutter zu Ihrem Mann nach einer Weile: Scherz bei Seite aber so langsam wird auch mir das alles unheimlich. Ach Vera, für das alles muss es doch eine plausible Erklärung geben. Und wenn schon, wir haben genug Lebensmittel im Haus.

Wir werden noch alle satt. Pias Lachausbruch übertrug sich insbesondere auf Jurek, der am lautesten lachte.

Er kringelte sich auf dem Boden und hielt sich am Bauch.

Das Unheil nahm aber noch lange kein Ende. Der Matz kam ganz sachte vorsichtig schleichend mit hoch gestelltem Fell ins Zimmer rein. Es sah so aus als ob er auf der Jagd wäre.

Das steigerte noch mehr die Heiterkeit. Er wollte offenbar die Lage erkunden.

Bis sich aber jemand vorsehen konnte, war er schon mit einem Satz auf der Anrichte unter der Wanduhr.

Sonst tat er das nie. Da fing er auch schon an mit hoch gestellten Pfoten und gefährlich ausgefahrenen Krallen gegen die Wanduhr hoch zu greifen. Er sprang ein paar Mal hin und her bis er ausrutschte.

Dabei ging eine wertvolle Kristallvase zu Boden. Jurek sprang wohl geistesgegenwärtig hin um sie aufzufangen aber es war zu spät. Die Vase zerschellte am Boden und zerbrach in Tausende Stücke.

Matz erschrocken von dem Knall, machte einen Saltosprung und landete bei der Oma Mitten auf der Torte, die sie gerade auf einer Tortenplatte ohne was zu ahnen auftragen wollte und gerade in die Tür kam.

Aufgeschrocken lies sie die Platte fallen, verlor dabei ihr Gleichgewicht rutschte aus und lag schon lang ausgestreckt am Boden. Der Kater voll mit Sahne bepappt, lief wie von einem Blitz getroffen durch die Tür raus und war durch das Küchenfenster im Nu Draußen im Hof. Bei all dem was bisher schon so alles vorkam, konnte es noch kaum spannender und lustiger werden. Zunächst verschlug das allen einige sekundenlang die Sprache. Danach brachten sie alle samt erneut im lauten Lachen aus.

Oma Hanna war erstmal grimmig aber letztendlich angesteckt durch die Heiterkeit der anderen lachte sie verhalten und unwillig mit. Jurek und sein Vater beeilten sich und halfen ihr wieder auf die Beine.

Während dessen war Winzeline seelenruhig mit dem Schaukeln auf dem Pendelarm der Wanduhr beschäftigt und genoss den Takt der Uhr wie sie ging: Ticktack, ticktack, ticktack.

Irgendwann mussten alle tief Luft holen und kamen etwas zur Ruhe. Ihr Lieben, sprach dann der Vater noch außer Atem stotternd nach dem er zusammen mit Jurek die Oma hoch gehoben hat.

Das worüber wir heute Morgen an Heiterkeitseinlage geboten bekommen haben, ist einmalig.

Ich habe selten so laut und herzlich gelacht wie heute. Ihr alle doch auch! Möge dir Pia, (du lachst ja immer noch), dieser Tag für dein ganzes Leben in der Erinnerung haften bleiben. Das ist unendlich mehr Wert als all die Speisen, die offenbar von Sandmännchen vertilgt wurden.

Oma, Kinder, wir müssen mit Mama dringend noch in die Stadt ein paar wichtige Besorgungen machen.

Wir trinken dort unseren Kaffee. Ihr wisst es, wir erwarten heute Nachmittag viele Geburtstagsgäste.

Seid so nett und helft Oma das Zimmer aufzuräumen. Wir werden uns mit der Rückkehr beeilen.

Pias Eltern sammelten sich gerade das Zimmer zu verlassen, da stand schon in diesem Moment Olek ganz außer Atem in der Tür und hätte dabei fast noch die Oma Hanna umgerannt, wofür er sich bei ihr sofort entschuldigte.

Chef stotterte er zusammen: Ich bin, gerade mit dem Wagen vorgefahren.

Kaum stellte ich das Auto ab da hat jemand bei dem Wagen die Räder abmontiert. Schaut euch das aus dem Fenster an. Die Räder flogen gerade in die Luft als ob sie Luftballons wären. Er war noch nicht fertig da eilte schon auch noch der Gutsverwalter Herr Walter mit einer Hiobsbotschaft an: Jemand hat sämtliches Vieh aus den Ställen herausgelassen. Das Vieh ist auf die Weide weggelaufen. Dabei waren sie in den Ställen ordentlich versperrt!

Die Ereignisse überschlugen sich geradezu von Minute zu Minute.

Pia lachte sich dabei ins Fäustchen. Klar! Das war Winzelines Schabernack, aber langsam artete das alles im Stress aus.

Das Mädchen wusste sich keinen Rat mehr.

Ihr war der Lachausbruch schon der Oma wegen peinlich genug. Sie wollte sie doch nicht auslachen.

Pia entschuldigte sich daher und verließ eilig das Zimmer.

Keine Frage bei all dem was bisher passierte war die Winzeline am Werk.

Die Familie schaute in dessen verdutzt mal Olek mal Herr Walter an,

der sich verlegen am Hinterkopf kratzte. Alle standen mit offenem Mund da und sahen

aus dem Fenster den herumfliegenden Autorädern nach,

die um das Auto im Kreise herum flogen. Irgendwann landeten sie dann

doch und wie vom einer Zauberhand geführt, haben sie sich von allein

an dem Auto wieder anmontiert.

Roman, sagte Pias Mama zu ihrem Mann: Das kann ich nicht fassen,

was da seit heute Morgen bei uns im Haus geschieht. Ja, Liebes so langsam versetzt mich das auch in Erstaunen. Das hilft aber nichts.

Das sind keine Sandmännchenstreiche. Mir scheint es irgendwo, das sind

alles gutmütige froh gelaunte außerirdische Geister, die Spaß daran haben,

uns zu belustigen und zu erheitern. Wir Menschen nehmen uns viel zu wichtig und machen alles viel zu Ernst. Da hilft nichts als den Ulk mitzumachen und ihnen zu zeigen, dass auch wir Humor haben.

Ich will dazu nichts Unüberlegtes sagen, aber die Pia wusste von Anfang an mehr als wir.

Sie allein musste was beobachtet und was gesehen haben was wir nicht sahen. Ihr Lachausbruch kam doch nicht von Ungefähr.

Roman, du Überrascht mich mit deinen Ansichten sehr.

Das kommt bei mir an als ob unsere Tochter durch irgendwelche außerirdische Mächte verhext worden wäre.

Ach, was? Das wollte ich damit nicht sagen.

Das klären wir noch ab aber jetzt drängt die Zeit Vera.

Du weiß dass wir unbedingt in die Stadt müssen auch, wenn das Auto vielleicht verzaubert worden ist. Komm, wir fahren.

Unser geheimnisvoller Geist verdirbt uns doch sicher nicht die Fahrt

und bringt in unserer Abwesenheit unser Haus und den Hof in Ordnung.

Er hat eben seinen Spaß gehabt.

Unsere Pia wird schon mit ihm fertig werden. Mal sehen?

Wir lassen uns überraschen was da noch so alles Lustiges passieren wird?

Der Vater lag mit seiner Vermutung gold richtig.

Das Treiben der Winzeline war wohl wirklich lustig, befand Pia aber sie

hat mächtig übertrieben. Das war ganz klar kein Spaß mehr. Basta! Ich bin stinke sauer auf die Hexe und werde ihr dazu was geigen! Mit diesem Vorsatz betrat Pia ihr Zimmer.

Dort saß überraschend vergnügt auf Pias Kopfkissen Winzeline. Was?

Du bist ja schon da und traust dich unter meine Augen?

Wieso? Warum nicht? Schon vergessen? Ich wohne auch hier!

Aber nicht mehr lange, du Missetäterin.

Du Pia, ich bin weit die Ältere von uns beiden und ich möchte von dir

mit Respekt behandelt werden.

Bevor du auf die Palme gehst, erkläre mir warum du dich so hysterisch verhältst? Was bedrückt dich?

Das fragst du noch? Du hast mit deinem Verhalten und all den Anstalten

mich lächerlich gemacht. Ich habe wie eine Gestörte gelacht und habe

wegen meinem dummen Lachkrampf meine Oma beleidigt. Es sah so

aus als ob ich sie ausgelacht hätte. Du hast davon abgesehen meine

ganze Familie durcheinander gebracht. Da hört bei mir der Spaß auf.

Mein liebes Fräulein, du spinnst! Du fandest doch selber Spaß daran,

die Leute zu veräppeln. Das schon aber nicht so arg.

Was habe ich schon so groß getan? Denkt doch mal nach. Gut, ich habe

die Platten leer gegessen und dann fand ich Spaß daran zu schaukeln.

Ich war eben maßlos hungrig. Kann ich was dafür, dass ich einen guten

Appetit habe? Ich habe ja auch monatelang nichts gegessen.

Deine Oma sperrte mich auf dem Speicher ein. Aber was soll’s,

ich konnte all den Leckereien nicht widerstehen. Das Durcheinander im Esszimmer

habt doch ihr gemacht nicht ich. Habe ich etwa die Vase zerschlagen?

Nein! Bin ich der Oma in die Torte rein gesprungen bis sie hingefallen ist? Nein! Ihr fandet das alles sehr belustigend und habt darüber köstlich und herzhaft gelacht bis sich die Balken bogen.

So herzlich wurde bei euch daheim noch nie gelacht. Was willst du also von mir? Lachen ist gesund.

Wenn du kein Spaß verstehst und kein Humor hast; mich nicht magst,

dann verschwende ich mit dir keine Zeit. Ich verschwinde auf der Stelle auf nie mehr wieder sehen. Ich suche mir anderswo eine neue Freundin aus.

Dein Vater hat allemal mehr Humor als du. Er hat es auch richtig erfasst und glaubt fest daran, dass der fremde Geist im Haus wieder alles flott

macht: Danach wird die Vase wieder ganz; das Zimmer wird wie von Zauberhand aufgeräumt; das Vieh kommt von allein in die Ställe zurück und alles wird in Butter sein und findet sich auf dem gewohnten Platz, wie es war.

Jetzt muss du mich Winzeline nicht gleich so runter putzen und eine beleidigte Leberwurst spielen. Ich bin nicht doof. Du bist doch mein ein und alles.

Ich bin wieder lieb und möchte mich nicht mit dir streiten und nie von dir trennen.

Ich auch nicht von dir Pia. Nein, doof bist du nicht aber du verstehst oft nur Bahnhof.

Mach dir aber nichts draus. Du wirst daran wachsen und aller Hand lernen. Ich bin dafür da dich zu begleiten und werde dich nie verlassen. Ehrenwort! Das was ich sagte, war nicht ernst gemeint. Jetzt drück mich du Eule ganz lieb.

Pia lies sich das nicht zwei Mal sagen.

Sie nahm ihr Püppchen in die Hand und küsste sie lang von ganzen Herzen.

Nun reicht es, Pia mit der Knutscherei. Das gefällt mir sehr aber “die Karawane muss weiter.“ Deine Eltern sind weggefahren. Du musst dich um die Oma kümmern und nach deinem Bruder schauen. Jurek du, flieg übrigens in dessen auf einem Besenstill durch die Wohnung und bring sie in Schuss. Was glaubst du, wie er erst dabei dumm aus der Wäsche guckt was mit ihm passiert. Der arme Bub! Wenn ich Zeit habe werde ich ihn bedauern.

Oma Hanna war das alles zu viel und zu bunt. Sie zog sich in ihr Zimmer zurück.

Sie musste doch ohnehin ihre voll bepappten Kleider wechseln. <Ich bin schon eine alte Frau, führte sie dabei im Selbstgespräch aus: Solch einen Spuck habe ich noch nie erlebt solange ich lebe. Wer hat das schon gesehen einen Jungen der auf dem Besenstill in der Luft reitet? Die Pia hat damit nichts zu tun.

Nein, dahinter muss doch bestimmt Warga die alte Dorfhexe stecken, die den Jungen mit ihrem bösen Blick verhext. Sie hatte an dem Lausbub einen Narren gefressen und ihm ihre Kunststücke beigebracht. Er hatte schon damit viel Unfug angestellt. Na warte mal ab, du Bursche: Ich komme dir noch auf die Schliche. Aber alles was Recht ist, wie stellt er das nur an?

Das begreife ich nicht. Oma Hanna, böse Geister gibt es nicht, sagte Pia,

die anklopfte und Omas Zimmer betrat und das Selbstgespräch mitbekam. Jurek hat damit nichts zu schaffen. Das hängt alles mit der Schatulle zusammen, die du mir geschenkt hast. Dort wohnt ein zauberhafter guter Geist in der Gestalt einer kleinen Puppe. Sie kann sprechen und hat mir heute Morgen ihre geheimnisvolle Geschichte erzählt und anvertraut.

Sie ist sehr klug und liebevoll; kommt aus China und ist uralt.

Wir beide haben uns auf Anhieb lieb gewonnen und sind ganz toll befreundet.

Sie kann sich unsichtbar machen. So klein wie sie ist hat sie unwahrscheinliche Kräfte.

Ich habe ihr das alles nicht geglaubt. Sie hatte daraufhin mit Bloßen Blick mein Zimmer umgeräumt und wieder zurück verwandelt wie es zuvor war. Sie hat die Platten und Teller leer gefuttert, weil sie so hungrig war. Pia, mein Liebling, mit dir bricht die Fantasie durch. Das was du mir da erzählst das war sicher dein Traum. Kind, wie kann eine kleine Puppe die in einem kleinen Kästchen verschlossen war solche Essensmengen aufessen? Oma, das begreife ich auch nicht aber das was ich dir erzähle, ist wahr.

Guten Tag Oma Hanna! Das was dir Pia über mich anvertraut hat,

stimmt alles und noch viel mehr, sagte Winzelinemit ihrer piepsigen Stimme lachend. Sie tauchte plötzlich unerwartet aus dem Nichts auf, saß bei Oma auf dem Bett und machte es sich Mitten auf dem Paradekissen bequem. Eigentlich sollte mich Pia nicht verraten und unser Geheimnis bewahren, aber da ist etwas was ich dir doch dringend sagen muss. Fall mir aber vor Aufregung nicht gleich um.

Das ist eine sehr gute Nachricht. Du sollst wissen, dein Mann lebt und ist

gesund. Ich habe mit ihm soeben gesprochen. Er und seine Mannschaft

befinden sich in der Karibik ganz tief unter dem Meeresgrund. Dort lebt

schon seit Gedenken eine alte Zivilisation von einem fernen Planeten.

Wir werden den Opa und seine Kameraden aus der Tiefe auf die

Erdoberfläche bergen. Das wird aber noch etwas dauern, denn sie

müssen vorerst für den Aufstieg und das Leben auf der Erde neu

eingestellt werden und vorbereitet sein. Die dortigen Gelehrten arbeiten

bereits daran. Bis das dann soweit ist, kannst du mit dem Opa

telefonieren. Der große Stein in deinem Kollier das dir der Opa zuletzt

schenkte ist das Medium dafür. Durch den Stein kannst du ihn sogar

sehen. Du achtest aber nicht sonderlich auf deine Sachen. Du hast das

Kollier im Garten abgesetzt und abgelegt. Danach bist du weg gegangen. Du bist einfach vergesslich.

Zum Glück das Kollier schnappte sich der Felix um es für dich aufzubewahren. Er bringt dir das Kollier zurück aber an deinem Gedächtnis müssen wir arbeiten.

Das Erscheinen der Winzeline in Omas Zimmer und das was sie sagte

und berichtet hat, war umwerfend. Oma Hanna war total aus dem

Häuschen als sie mit eigenen Augen die Winzeline sah und sie sprechen

hörte. Pia, Winzeline, Kinder, rief die Oma Glücksentbrannt aus: Was für

eine schöne Botschaft? Unglaublich! Drobinka! Wie kann ich dir das

alles, ich eine alte Frau, nur vergelten? Sie stand vom Stuhl auf und lief

die Winzeline umarmen. Auch Pia war hin und weg vor Glück.

Siehst du Oma, du wolltest mir nicht glauben. Und jetzt?

Jetzt sage ich: Was bist du Oma schon für eine alte Frau im Vergleich zu

mir? Du bist nicht mal aus dem Ei geschlüpft als ich schon da war. Nimm

dich zusammen. Deine Enkelkinder lieben und verehren dich. Du bist für

sie ein und alles. Das ist das was zählt sonst nichts.

Jetzt habe ich an euch beide eine Bitte. Behalte das Gespräch geheim.

Haltet eure Euphorie im Zaum, um die Bergung von Opa womöglich

nicht zu gefährden. Andersrum muss ich mich unsichtbar machen und

das Vorhaben wird abgeblasen. Euch würde ohnehin das alles niemand

glauben worüber wir reden. Man wird euch nur für Geistesverwirrt halten.

Das muss nicht sein. Komm die Rettung zustande, wird die Erinnerung

der Geretteten absolut ausgelöscht. Sie werden sich an nichts erinnern

können. Wir lassen sie mit ihrem Schiff entlang irgendeiner Küste

treiben. Die Retter sind friedliche Wesen und wollen mit eurer Zivilisation

keinen Konflikt haben. So wie bei euch die Dinge ablaufen, eure Welt

passt nicht mit deren Welt zusammen.

Ich beobachte euch Menschen bereits seit Langem. Bei euch läuft alles

drunter und drüber. Aber darüber will ich mich nicht auslassen. Das ist

jetzt heute für mich kein Thema. Deine Enkelin Pia ist ein duftes kluges

Mädchen. Ich habe sie ganz fest lieb. Sie hat heute ihren Geburtstag das

wir ganz groß ausgelassen feiern wollen. Mir fällt dazu so manches noch

ein. Keine Angst. Ich lasse heute Abend nicht die Tische herumfliegen

und verputze nicht eure Rostspannferkel, aber einige nette

Überraschungen wird es allemal geben. Mehr dazu wird nicht verraten.

Ich bin ein freundliches Wesen. Pias Gäste sollen fröhlich feiern und nett

unterhalten werden.

Winzeline du bis eine richtige Schlawinerin, schaltete sich Pia ein. Ich

platze von Neugierde was du wieder anstellst? Ich hab dich sehr lieb!

Ich weiß das, du kleine Maus. Wenn du richtig deine Ohren aufspitzt,

erfährst du vielleicht mehr. Darüber piepsen die Spatzen von den

Dächern. Höre ihnen aufmerksam zu. Vielleicht verraten sie dir was.

Auf dies Stichwort flog der Felix durch das offene Fenster rein. Krähte

ein paar Mal, schnappte sich die Winzeline von dem Paradekissen. Die

Beide machten sich rar und waren plötzlich weg.

In diesem Augenblick klopfte es an Omas Tür. Jurek kam rein. Kaum hat

er den Mund aufgemacht und wollte was sagen, da gab es unten in

Omas Küche einem mächtigen Donnerschlag. Die Dreie liefen auf der

Stelle runter nachzuschauen was das war. Oma riss die Küchentür auf,

da sahen sie schon den Salat. Der Küchenschrank ist auseinander

gebrochen und zu Boden gefallen. Dort sah aus, als ob in der Küche ein

Blitz eingeschlagen hätte. Das ganze Geschirr und Gläser lagen

zerstreut am Boden in Scherben. Kinder, das auch noch! Das ist meine

Schuld. Ich habe den Schrank mit dem Geschirr zu voll beladen. Das ist

ein alter Schrank. Ich habe schon oftmals euren Vater gesagt: Da muss

ein neuer Küchenschrank her. Er hat es auch dem Möbelschreiner im

Dorf ein Auftrag erteilt. Der Schrank ist auch schon fertig. Es muss aber

geliefert und aufgebaut werden. Dazu fällte uns aber bisher die Zeit. Wir

waren im Urlaub und jetzt die Erntezeit.

Das ist eine Katastrophe! Was mache ich jetzt?

Oma, die Leute werden halt mit den Fingern essen, lachte Jurek. Was

für ein Gaudi Das wird eine Steinzeitparty!

In der Steinzeit hatte doch kein Mensch ein Glas und ein Teller gekannt.

Sie wurden trotzdem voll getrunken und voll gegessen!

Junge, wir leben aber heute nicht in der Steinzeit, sondern in einer

zivilisierte Welt, meinte Oma morsch.

Oma ärgere dich nicht, schaltete sich Pia ein. Wir haben doch Fuhrwerke

und Pferde. Jurek spannt den Gniady und fährt ins Dorf von Haus zu

Haus Geschirr und Gläser zu sammeln.

Das ist Pia ein sehr guter Vorschlag.

Jurek hörte sich das keinen zweiten Mal an und voll Tatendrang nicht

faul. war schon unterwegs.

Verzeih mir Oma, aber du bist dem Jurek gegenüber etwas zu streng.

Du hast natürlich Recht aber ein Bub muss etwas strenger als ein

Mädchen dran genommen werden.

Hallo Oma, hallo Pia! Ach, ihr seid ja wieder da!

Wundere euch nicht. Wir haben mit Felix von euren Maller gehört und

unser Flug abgebrochen.

Geht ihr zwei zur Entspannung am besten in den Garten.

Ich mache inzwischen die Küche flott. Wenn ihr zurückkommt, ist das Problem behoben.

Ihr musst den Jurek nicht zurückpfeifen. Ich habe den Jungen unterwegs bereits abgefangen und bei den Pferden in einen tiefen Schlaf versetzt.

Er träumt gerade süß. Was wollte er doch? Ja, er wollte ein Astronaut werden?

Stimmt! Jetzt schwebt der Bub ganz allein im Weltall über die Erde.

Wenn er wach wird und nach Hause findet, hat er dann einen weiten Weg gemacht aber er wird alle seine wilden Abenteurer vergessen.

Pia, du hast heute Nachmittag eine große Gartenparty. Das wird ein langer Abend werden.

Bei euch trifft das ganze Dorf mit “Hund und Kegel“ ein.

Alle Dorfkinder und eure Schulkameraden werden kommen.

Der Jurek soll deshalb fitt und gut ausgeschlafen sein. Er ist bei den

Kindern sehr beliebt und soll bei ihnen für gute Stimmung sorgen und sie

mit Spielen unterhalten.

Nun, macht euch meine Damen auf den Weg in den Garten, wo die Party stattfindet.

Ihr steht mir hier im Wege.

Danke, Winzeline, entgegnete darauf Großmutter nahm die Pia bei der Hand.

Die Beide gingen aus der Küche und dem Haus in den Garten raus.

Oma! Schrie plötzlich Pia aus, siehst du das was ich sehe?

Der Gartenteil wo die Gäste bewirtet werden sollten, war kein Garten mehr.

Das waren ein Paradies und ein Märchenland.

Pia, mein Mädchen! Ist das alles wahr oder wir träumen?

Oma! Oma! Oma! Schau mal hin. Uns winkt ein Mann zu. Kind, Liebes,

das ist dein Opa und mein Mann! Unser Opa ist da! Die beide und er

liefen schon einander zu mit offenen Armen.

Das wäre vielleicht eine herzliche innige Begrüßung aber das war ein Trugbild.

Da fehlen einem gerade die richtigen Worte es zu beschreiben.

Als Oma und Pia sich ihn näherten, entschwand er immer weiter bis er nicht mehr da war.

 

LESEAUSZUGSENDE

 

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